Der Rassestandard- Anatolischer Hirtenhund
(auch AnatolianShepherd Dog, Anatolian Karabash Dog)
(Karshund,Akbash,Kangal)
(Auszug - und Bild wurden dankenderWeise von Herrn DegenhartDürr zur Verfügung gestellt)
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Hier das von uns empfohlene Hundebuchzum Anatolischen Hirtenhund


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Der jüngste Versuch in der Türkei den Kangal als Gebrauchshund,z.B. beim Militär einzusetzen, konnte nicht gelingen, da diese Tiereüber Jahrhunderte zur eigenständiger Arbeit gezüchtet wurdenund somit nur, mit einer scheinbar orientalischen Gelassenheit auf Kommandosreagieren oder sie gar vollkommen ignorieren.

Andererseits hat die hohe Anerkennung in seiner Heimat, den Kangalzu einem Nationalhund gemacht und ihm einen Platz auf einer Briefmarkegesichert

Um die Diskussion, bezüglich dieser Hirtenhunde in der Türkei,noch zu vollenden möchte ich auch nicht verschweigen, daß auchder Name Anatolischer Hirtenhund einen Streit hervorgerufen hat; denn voneinigen Leuten wird behauptet, es sei richtiger diese Hunde TürkischerHirtenhund zu nennen.

Zusammengefaßt: 

1. KANGAL : Benannt nach dem Dorf und der Familie Kangal. 
2. AKBASH : Übersetzt Weißkopf, ein rein weißerHund. 


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WESENSMERKMALE UND SEIN ERSCHEINUNGSBILD

Das hervorragende, sensible soziale Einfühlungsvermögen,die Feinfühligkeit, das bereitwillige Lernen und das eigenständigeArbeiten zeichnen diesen Herdenschutzhund aus. Das zu tiefst innewohnendeBedürfnis des Wachen und Schützen paaren sich mit viel Mut. Derfür einen Herdenschutzhund wichtige Instinkt des Selbstschutzes besitzteine natürliche Reizschwelle, die bei Überschreitung eine sofortigeAbwehrreaktion hervorruft und nötigenfalls eine, von Natur aus gegebeneAggression. 
So besticht der Kangal durch sein ehrliches und festes Wesen beieiner natürlichen Bereitwilligkeit sich in einen sozialen Verbandeinzufügen. Innerhalb dieses Verbandes verlangt er klar erkennbareGrenzen,- eine klare Hierarchie, in der er, seiner Veranlagung entsprechend,eigenständig arbeiten kann. Das Bedürfnis nach Freiheit und eigenständigerArbeit ist beim Kangal besonders ausgeprägt. So ist es nur natürlich,daß diese Hunde keine totalitäre Haltung vertragen. Der Umgangverlangt eine feste, konsequente, tolerante, einfühlsame und geduldigeHand. 
Sein sensibles Einfühlungsvermögen in einen (sozialen)Verband zwischen Mensch und Tier, die Erhabenheit über Nichtigkeiten,sein Stolz und die überdeckten, bzw. sehr schwach ausgeprägtenInstinkte zum Jagen oder Hetzen binden ihn fest und loyal an seine Schutzbefohlenenund verleiht ihm einen unbestechlichen Charakter, den er gerne durch seinmajestätisches Erscheinungsbild unterstreicht. 
Beeindruckend ist die sehr gute Sehfähigkeit. Auf größteEntfernungen kann der Kangal genau differenzieren ob das Gesichtete vonGefahr oder belanglos ist. Diese Sehfähigkeit galt schon immer alsbesonders erstrebenswert und dürfte durch die Einkreuzung von Windhundenunterstützt oder hervorgerufen wurden sein. Gerade in seinem Herkunftsland,mit seinen weiten Hochebenen ist es für die Hirten besonders wichtig,daß ihre Herdenschutzhunde die Gefahr rechtzeitig erkennen. Gleichesgilt auch für die feinsinnige Nase, für die, so sagen die Hirtenin Anatolien, sie ein Augenlicht geben würden. 
Nur bei tatsächlicher Gefahr bzw. Bedrohung reagiert ein Kangaldurch bellen oder durch massives vertreiben des 'Eindringlings', gegebenenfallsscheut er den Kampf nicht. 
 

SEINE ÄUßERE ERSCHEINUNG soll das ihm gegebene, majestätischeWesen widerspiegeln. Der Kangal strahlt Ruhe und sozialen Frieden aus,solange seine Aufmerksamkeit keine Unregelmäßigkeiten entdeckt.Kommt es aber zu solch einer "Unregelmäßigkeit", dann kommenseine Schutzinstinkte zur vollen blühte und zeigen sich, in einermajestätisch wirkenden Körperhaltung. Sein ehrlicher Blick, derin solchen Momenten von der scheinbaren oder wirklichen Bedrohung so langenicht abläßt bis sie genau zugeordnet ist und sein angespannterKörper strahlen dann Mut, Tapferkeit, die Bereitwilligkeit zur Verteidigungund Intelligenz aus. Ein erfahrener Kangal sondiert dann ganz genau denSachverhalt bevor er eine Reaktion zeigt. Niemals würde er wild drauflos stürmen, er behält sozusagen einen klaren Kopf; denn seingesamtes Wesen und sein gesamter Körper funktionieren nach dem ureigenstenPrinzip der Natur: So viel wie nötig und davon so wenig wie möglich. 
Schon seine Körperkonstruktion (Knochenkonstruktion) beweistdieses Naturprinzip. In ihm verbindet sich die Konstruktion eines energiesparendenTrabers, notwendig für die langen Märsche der Schafherden unddie Schnelligkeit sowie Wendigkeit eines Galoppers, notwendig fürdie kompromißlose Vertreibung bzw. für den Kampf mit den natürlichenBeutegreifern.

Der Körperbau ist harmonisch abgestimmt und repräsentiertKraft, Wendigkeit und Ausdauer und beweist einen bestmöglichen Energiehaushalt. 
Der Kangal besitzt eine gute äußere Linie mit guter Bemuskelungund starken Knochen. Das Rumpf / Widerrist Verhältnis ist im allgemeinenquadratisch mit einer leichten Tendenz, daß die Rumpflänge etwaslänger als die Widerristhöhe ist. Sein Schädel ist geschlechtsspezifischdeutlich unterschiedlich. Die Rüden besitzen einen mächtigerenKopf und unterstreichen dies mit einem Fellkragen der zwischen den Schulterblätternspitz zusammenläuft. Die unter dem kurz-, stockhaarigen Fell und dergut anliegenden, fettlosen Haut arbeitenden Muskeln, insbesondere die Antriebsmuskelnsind gut zu erkennen und können den Hund in hohe Geschwindigkeitenbeschleunigen.

Seine geschmeidigen, kraftvollen, graziös anmutenden Bewegungenzeigen eindrucksvoll die gelungene Knochenkonstruktion. Die Vorderhanderlaubt einen gut ausgreifenden Schritt, wie er von Trabern verlangt wirdund erst das, zu einer steileren Lagerung neigende Hüftbein erlaubtdie faszinierende Beweglichkeit und Sprungstärke.

So verbindet der Kangal, einen harmonischen Körperbau mit derAusstrahlung vom höchstem Adel.

DER STANDARD IN SEINEN EINZELNEN DETAILS 
 

KOPF:

Oberkopf: 
Großer, breiter, massiver Schädel, leicht abgerundetzwischen den Behängen, Hinterhauptbein gut ausgeprägt, doch nichthervortretend, das Verhältnis von Oberkopf zum Vorgesichtsschädelist ca. zwei drittel zu ein drittel, die Kopfhaut sollte gut anliegen,bei Aufmerksamkeit können Falten auftreten.

Stop: 
Schwach ausgeprägter Stop.

Gesichtsschädel: 
Kantig, nahezu rechteckig, gerade, nicht sehr langer Nasenrücken,von der Wurzel bis zum Nasenspiegel kürzer als der Oberkopf vom Hinterhauptbeinbis zum Stop, breite flache Stirn die halbiert wirkt durch eine leichtFurche, stark entwickelte Backenmuskulatur.

Nase: 
Gut ausgebildeter Nasenspiegel, schwarz, voll pigmentiert.

Lefzen: 
Schwarz, gut anliegende Oberlippe die mit dem Unterkiefer abschließt,seitliche Belefzung kann leicht hängend wirken.

Kiefer: 
Oberkiefer und Unterkiefer kräftig ausgebildet.

Gebiß: 
Vollzahnig, mächtige/kräftige Zähne mit einem perfekten,regelmäßigen Scheren- oder Zangengebiß.

Augen: 
Mandelförmig, dunkel; nicht sehr groß, gut eingebettet,eng schließend, Lidränder schwarz, Augenwinkel zum Stirnbeinund zum Jochbein hin dunkel gesäumt, erweckt den Eindruck geschminktzu sein.

Ohren: 
Mittelgroßes, V-förmiges Hängeohr, am Zipfel abgerundet,flach anliegend, bei Erregung leicht vorn anhebend, oftmals in der Türkeials Herdenschutzhund kupiert. 
 

 HALS: 
Von starker Muskulatur, relativ kurz, Nackenlinie leicht gewölbt,stramm mit Halskragen der besonders deutlich bei den Rüden zu erkennenist und spitz zwischen den Schulterblättern ausläuft, bei sehrgroßen, schweren Typen etwas Wamme vorhanden. 
 

KÖRPER: 
Brust tief und mäßig breit, Brustkorb bis zu den Ellenbogengelenkenreichend und zu den Flanken eine gut ansteigende untere Begrenzungsliniezu des Brustkorbs (tuck - up), gut gewölbte Rippen, an den Seitenim unteren drittel etwas abgeflacht, kraftvoller, muskulöser Körper,niemals Fett, mit festem, geraden und stark bemuskelten Rücken, Widerristleicht erhöht, Lendenpartie fest und kräftig, über den Lendenleicht gewölbt, Rumpf passend zur Beinlänge. 
 

VORDERHAND: 
Schultern muskulös, das Schulterblatt winkelt sich mit einemflachen Winkel (+/-50°) in den Oberarm und steht von vorne gesehennahezu senkrecht (+/-80°), die Vorderläufe bilden eine geradeFront, gut nebeneinander stehend mit kräftigen Knochen und einem kräftigemVorderfußwurzelgelenk. Die Gesamtlänge des Unterarms beträgtmindesten die Hälfte der Widerristhöhe. 
 

HINTERHAND: 
Die Hinterhand ist kräftig bemuskelt, und die Hinterläufesind gut gewinkelt, das Hüftbein neigt zu einer steileren Lagerung,von hinten gesehen stehen die Pfoten senkrecht unter den Hüftgelenkenund die Läufe stehen parallel zueinander, von der Seite gesehen wirktdas Kniegelenk etwas gestreckt, kurze Unterschenkel mit kräftigemSprunggelenk und massiven Mittelfuß. 
 

PFOTEN: 
Kräftige, gut gewölbte Katzen oder Wolfspfoten mit kurzenbis mittellangen, hellen oder schwarzen Nägeln und elastischen Ballen.Einfache oder doppelte Afterkralle erlaubt. 
Die Pfoten der Vorderläufe sind größer als die derHinterläufe.

RUTE: 
Guter, breiter Rutenansatz, mittellang, bis zum Sprunggelenk reichend,in Ruhestellung hängend, bei Erregung in sich zusammengerollt überder Kruppe getragen mit möglichst buschig wirkenden Fell. 
 

GANGART: 
Entspannter, federnd kraftvoller Gang, bevorzugt langsame Bewegungen,die in hohe Geschwindigkeiten übergehen können, die Gliedmaßensollen sich geradlinig und parallel bewegen, der Bewegungsablauf soll federnd,geschmeidig und kraftvoll erscheinen und die Rückenlinie soll aufeinem Niveau verbleiben. 
 

FELL: 
Kurz, schlicht stockhaarig mit heller oder dunkler, dichter Unterwolle,am Kopf und an den Gliedmaßen sind die Haare kürzer und festanliegend. 
 

FARBE: 
Einfarbig mit gutem Pigment, von Sandfarben über Beigefarbenbis Stahlgrau, weißer Brustfleck und weiße Pfoten könnenauftreten, mit dunkler Maske, Brille und dunklen Behängen. 
 

GEWICHT:    WIDERRISTHÖHE: 
Rüde:  49kg - 64kg    72cm - 81cm

Hündin: 40kg - 59kg    70cm - 79cm 
 
 

Noch einige Überlegungen der genetischen Vererbung der Fellfarbe: 
Homozygot 
B / D / C / Em/ S / t / Ay 
Dies darf aber NUR als Denkansatz verstanden werden, da mein Wissenüber Genetische Merkmale und deren Zusammenhänge bei weitem nichtausreicht!

Degenhart Dürr  
 

Dieser Rassestandard bezieht sich auf den Kangal undwurde von Herrn DegenhartDürr erstellt.  
 

AnatolischerHirtenhund 
(auch Anatolian ShepherdDog, Anatolian Karabash Dog) 
(Karshund,Akbash,Kangal,Karabash) 

Anatolischer Hirtenhund Typ Kangal 

 

Anatolisher Hirtenhund - dieser 4 monatige Rüde wurde von den Hirten in der Türkei  als Akbash (Weißkopf) bezeichnet
Fotocopyright by DegenhartDürr
S T A N D A R D
KANGAL

Diesem Standard müssen einige Sätze vorweg geschickt werden;denn bis heute ist man sich nicht einig ob diese Hunde (Kangal) als eigenständigeRasse anerkannt werden können, so wie es die Kangal- Züchteraus dem Dorf Kangal in der Provinz Sivas (Türkei) sehen. Sie sind,im Unterschied zum FCI davon überzeugt, daß diese Hunde eineeigenständige Rasse darstellen, die von Ihnen auch als Sivas Kangalbezeichnet wird. 
Es gibt in der Türkei aber auch Hirtenhunde die dem Kangalabsolut ähnlich sind, also gleichfalls eine schwarze Maske tragenund deswegen als Karabash (Schwarzkopf) bezeichnet werden. Den Namen Kangaldürfen aber nur die Hunde tragen, die direkt aus dem Dorf Kangal oderaus der Provinz Sivas kommen, daher auch der häufig verwandte NameSivas Kangal. 
Außerdem hat sich auch die einflußreiche Familie Kangaldieser Hunde angenommen. Sie besitzen große Ländereien, einePferde- und Schafzucht und haben sich schon seit Jahrhunderten um die Zuchtvon Schutzhunden für die großen Herden in der Zentral Türkeibemüht. 
Auch wurde von der Familie Kangal und dem KANGAL DOG CLUB of AMERICAein gemeinsamer Standard entwickelt.

Die Vereine FCI, ASDC of America, ASDC of Great Britain und ASDADeutschland vertreten die Auffassung, daß alle in der Türkeivorkommenden Hirtenhunde zusammen eine eigenständige Rasse darstellenund fassen diese unter den Rassenamen ANATOLIAN SHEPHERD DOG  zusammen.Der Kangal besitzt somit für diese Vereine (noch) nicht den Statuseiner eigenständigen Rasse.

Die bei den meisten Vereinen im Vereinsnamen auftauchende Umschreibungdieser Rasse, Anatolian Shepherd Dog, führt immer wieder zu einigerVerwirrung; denn diese Rasse ist kein Schäferhund (Shepherd Dog).Die Rassebezeichnung (Shepherd Dog / Schäferhund) rührt von derwörtlichen Übersetzung aus dem türkischen Sprachgebrauch,wo diese Hunde als Coban (Shepherd/Schäfer) Köpek (Dog/Hund)beschrieben werden.

Dieser schwierige Sachverhalt läßt schon erkennen, wieschwierig es erst sein wird einen geschichtlichen Rückblick auf dieEntstehung dieser Herdenschutzhunde in der Türkei zu gestalten.

Bei dem nachfolgenden Standard wurden die einzelnen Standards, derzuvor erwähnten Vereine und meine jahrelangen Beobachtungen, Messungenund Zuchterfahrungen als Grundlage genommen. 
Dieser Standard bezieht sich auf den Kangal*, da mir zu diesen Hundendie meisten Daten vorliegen. Die sich ergebenden Unterschiede, von diesemStandard und des gemeinsamen Standard des Kangal Dog Club of America unddes Herrn T. Kangal zu dem offiziell, vom FCI anerkannten Standard fürden Anatolian Shepherd Dog sind im wesentlichen nur die Fellfarbe (FCIStandard: alle Farben erlaubt / Standard für den Kangal: Sand- bisBeigefarben mit dunkler Maske) oder Fellform (FCI Standard: kurz oder mittellang/ Standard für den Kangal: kurz, stockhaarig). 
Da ich jedoch davon überzeugt bin, daß es Wesensunterschiedezwischen dem Kangal und all den anderen Hirtenhunden in der Türkei,die zusammen (einschließlich des Kangal) unter dem Rassenamen AnatolianShepherd Dog geführt werden, gibt, die auch in Korrelation zu denFellfarben stehen aber noch nicht richtig erforscht bzw. zugeordnet sind,was meines Erachten nach auch nicht so schnell gelingen kann aber füreine eindeutige Trennung des Kangal von den anderen, in der Türkeivorkommenden Hirtenhunden absolut wichtig wäre bzw. ist, stütztsich dieser Standard vorrangig auf die von mir gesammelten Erfahrungenam Kangal*.

*(Für die Fachleute unter den Lesern muß ich allerdingseinschränkend festhalten, daß mir bei meinen Beobachtungen ganzbestimmt auch der eine oder andere Karabash unter gekommen ist, denn einen"echten" Kangal könnte man ja nur an einem Abstammungsnachweis erkennenund derartige "wichtige" Unterlagen führen die Hirten nicht geradebei sich, bzw. es gab derartige Unterlagen zu meiner Zeit in der Türkeinoch nicht.)

DER KANGAL 
Woher kommt der Name Kangal?

Der Name Kangal hat zum einen, einen geographischen Ursprung, undist ein Dorf der osttürkischen Provinz Sivas. Gleichfalls sind dieseHunde benannt nach der einflußreichen Familie Kangal, die sich dieserHunde angenommen hat. 
 

VERWENDUNG

Der Kangal dient in der Türkei, vor allem in der Zentraltürkeials Wächter und Schützer der Dörfer und Herden, somit gehörter zu den Hirtenhunden (Herdenschutzhunden). Diese Hunde sind äußerstrobust und widerstandsfähig bei größtmöglicher Anspruchslosigkeitan die Ernährung, sowie der Haltung. So vertragen diese Hunde extremsteWitterungsbedingungen bei "ärmlichster" Ernährung. 
 

KURZER GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK

Wie schon zuvor beschrieben ist eine Anerkennung dieser Rasse durchden FCI noch nicht gegeben, dem entsprechend ist man auch geteilter Meinungwas den Ursprung dieser Hunde betrifft. Eines dürfte jedoch als sichergelten, sie werden aus den, seit vielen Jahrhunderten in diesem Gebiet,der heutigen Türkei, gezüchteten Hunde hervorgegangen sein.

Die seit Jahrtausenden betriebene Hundezucht im Orient möchteich einmal näher beleuchten, damit der Ursprung der traditionellenHirtenhundezucht, in dem Gebiet der heutigen Türkei, besser verstandenwerden kann. 
Vorderasiatische Knochenfunde (also aus dem Gebiet der heutigenTürkei), aus dem 10. und 9.Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung (Anfangdes Neolithikum) belegen die ersten gezüchteten Widder und Schafe.Also zu einer Zeit als die Tundra immer mehr von Wäldern verdrängtwurde und sich dadurch bedingt die Jagd für die Menschen erschwerte.Durch diese erschwerten Umweltbedingungen (Die Wälder dehnten sichimmer mehr aus.) wurden neue Jagdwaffen, von den bis dahin noch nicht seßhaftenMenschen entwickelt. Pfeil und Bogen und die ersten spezialisierten Hundewaren die Antwort auf die neuen Herausforderungen (Umweltbedingungen).Diese Hunde waren die ersten Jagdgehilfen der Menschen. Sie mußtenschnell und wendig sein um die, jetzt nur noch durch einen Pfeil verletztenTiere bis zur Erschöpfung zu hetzen, oder die Fährte der verletztenTiere zu aufzuspüren und zu verfolgen. 
Einer der ältesten bekannten Abbildung eines Jägers mitPfeil und Bogen und einem Hund wurde an den Tempelwänden von CatalHüyük, im südlichen (heutigen) Anatolien entdeckt (ca. 8000bis 9000 Jahre v. u. .Z.). 
Die sich in dieser Zeit auch zu seßhaften Stämmen entwickelndeBevölkerung entdeckte nun die großen Vorteile ihrer, bis dahinals Jagdgehilfen gezüchteten Hunde für die Bewachung und denSchutz ihrer Ansiedlungen und vor allem ihrer, nun gleichfalls domestiziertenTiere, wie z.B. Widder oder Schafe, die immer wieder von natürlichenFeinden und vor allem vom Wolf gerissen wurden. 
Das sich in dieser Zeit gleichfalls entwickelnde Hirtenleben könntedie ersten, großen und mutigen Hirtenhunde (Herdenschutzhunde) entstehenlassen haben.

Ob nun der Kangal aus diesen Hunden irgendwann hervorgegangen ist,ist eher unwahrscheinlich und bleibt wohl unbeantwortet; aber dieser kurzeExkurs in die Hundegeschichte zeigt, daß die Hundezucht in diesemGebiet eine uralte Tradition besitzt. 
 

Nun zur neueren Zeit.

Die Hunde aus denen der Kangal hervorgegangen sein könnte nennendie Einen Karabash (Schwarzkopf) und die Anderen bezeichnen diese Hundemit Anatolian Shepherd Dog (oder zu deutsch Anatolische Hirtenhunde) underkennen diese auch als eigenständige Rasse an, eben als AnatolianShepherd Dog (siehe Einleitung). 
Da es in der Türkei die verschiedensten Erscheinungsbilderder Hirtenhunde gibt, erscheint es einleuchtender diese Hunde mit dem BegriffAnatolian Shepherd Dog (Anatolische Hirtenhunde) zu umschreiben, denn mitdem Begriff Karabash (Schwarzkopf) wird doch ein genau definiertes ÄußeresErscheinungsbild umschrieben.

Wie man schon aus dem, vom FCI anerkannten Rassenamen (AnatolischerShepherd Dog) entnehmen kann, ist der Ursprung dieser Rasse, zumindestsoweit man in der Geschichte zurück blicken kann, Anadolu sprich Anatolien,somit ein Hund aus Kleinasien, welches sich mit den politischen Grenzender heutigen Türkei so ziemlich genau deckt. Ausgrabungen am Euphrat,in der osttürkischen Provinz Malatya, brachten ein hethitisches (ca.9.Jh.v.Chr.) Flachrelief hervor, welches große, doggenartige Hundebei der Jagd zeigt. So geht Dr. Emil Hauk davon aus, daß die Hirtenhundein Anatolien von diesen Jagdhunden aus Mesopotamien hervor gingen. 
So kann durchaus angenommen werden, daß diese HirtenhundeAnatoliens die Vorgänger des Kangal sind. 
So vermuten zumindest diejenigen, welche der Auffassung sind, derKangal sei eine eigenständige Rasse. Auszuschließen ist es nicht,aber da es keine Zuchtbücher oder sonstigen Unterlagen in der Türkeigibt, darf daran auch heute noch gezweifelt werden, so daß die Diskussionenüber die Rasse und ihren Namen kein schnelles, bereinigendes Endeerwarten läßt. Bedenken sollte man jedoch immer, daß dieLeistungstauglichkeit eines Hirtenhund, sprich Herdenschutzhund fürdie Hirten immer im Mittelpunkt stand und steht und weniger sein Äußeres.

Es ist gleichfalls nicht auszuschließen, daß in der Entwicklungsgeschichte(auch in der neueren Zeitrechnung) des Kangal immer wieder Windhunde (Galopper)mit eingekreuzt wurden. 
Heute noch ist die Wildschweinjagd eine alte Tradition in der Türkeiund es dürfte sehr wahrscheinlich sein, daß die Hirten die großenkörperlichen Vorteile, dieser zumeist als Packer eingesetzten Hundefür ihre Hirtenhunde erkannt haben und diese dann mit ihren Hirtenhundegezielt gekreuzt haben.* 
Die dem Kangal eigene Körperkonstruktion und sein scharfesAuge sind deutliche Hinweise für diese Vermutung. 
*(So wird z.B. auch, der ebenfalls in der Türkei vorkommendenHirtenhund Akbash / Weißkopf, ein rein weißer Hund, als Jagdgehilfegezüchtet.)


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