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Rasselexikon Tschechoslowakischer Wolfshunde

Tschechoslowakischer Wolfshund
Ursprungsland:Tschechoslowakei
Gewicht:Rüden 30 kg Hüninnen29 kg
Schulterhöhe:Rüden 65 cm, Hündinnen60 cm
Haarkleid:grobes leicht gewelltes Granenhaar,dicht anliegend
Farben:Gelbgrau bis silbergrau
anerkannt durch:FCI 
FCI-Gruppe: 1
zuden Züchtern & Welpen dieser Rasse
Tschechoslowakischer Tschechoslowakischer Wolfshunde - Züchteradressen auf der Züchterliste bei rassehunde.de
Dieses Bild wurde uns von HerrnRoland Homberger zur Verfügung gestellt Danke
Das von uns empfohlene Hundebuch Hundeausbildung / Thomas Schoke - Das Hundebuch der Hundebücherzum Tschechoslowakischen Wolfshund
 

Die Historie Tschechoslowakischer Wolfshunde

Es gibt eine junge Hunderasse, die sich mit keiner hundertjährigerTradition und keinen Namen von berühmten Herrschern und Persönlichkeiten,die sie gezüchtet oder besessen hätte, rühmen kann.
Trotzdem erweckt sie Aufmerksamkeit, überall wo sie sich zeigt.Man zweifelt keinen Augenblick, daß diese Hunde den erhabensten Ursprunghaben, den sie haben können:
Ihre Mutter ist die Natur selbst.
Er sieht wie ein Wolf aus. Er ist hoch, aber leicht und fest. Seingerades, dichtes Haar hat Wolfs-graue Farbe mit einer charakteristischenweißen Maske. Er schaut sehr selbstbewußt mit seinen schrägliegenden, hellen Augen an. Er sieht seinen Besitzer nicht an, in jedemAugenblick weiß er genau, wo sein Herr ist und was er macht. SeineAufmerksamkeit stellt er lieber in die Umgebung ein - er will die Übersichthaben. Er kann leicht etwa 100 Kilometer laufen, er orientiert sich ausgezeichnet,reagiert Blitzschnell. Keine Spur ist so schwierig, daß er sie nicht
verfolgen könnte. Ihn hindert weder Regen noch Frost, Tag oderNacht. Es gibt nichts, was er nicht schaffen könnte, wenn er will.

Im Jahre 1993 wurden in der Tschechischen Republik 246 Welpen aus 32Zuchtstationen in das Zuchtbuch eingetragen. Das Slowakische Zuchtbuchgab in demselben Jahr eine Eintragung von 90 Welpen an.
Erste Zuchterfolge wurden in Österreich und Slowenien eingetragen,einzelne Tiere wurden in viele Länder exportiert.
An der Welthundeausstellung 1994 in Bern wurden 7 Hunde vorgeführt.

Wo ist aber der Ursprung dieser Rasse und wer ist der Autor der Ideevon der Kreuzung der Deutschen Schäferhunden mit den Wölfen?
Es ist nötig in das Jahr 1955 zurückzugehen, wo Herr Ing.Biologe Karel Hartl sich mit diesem Plan in der Zuchtstation der Grenzwachein Libéjovice zu beschäftigen begann. Die ersten Versuche dieWölfin Brita
mit einem ausgewählten deutschen Schäferhund zu verbindenwaren nicht erfolgreich. Man mußte den Hund auswechseln, damit ersteKreuzlinge der erwähnten Wölfin und des Deutschen SchäferhundesCézar z Brezového háje am 26. 5. 1958 geboren wurden.
Bei den Kreuzlingen wurden die anatomischen und physiologischen Unterschiedevon den beiden Eltern ausführlich verfolgt, ihre Voraussetzung fürdie Ausbildung, ihre Aktivität und Ausdauer wurden untersucht.

Ausgewählte Kreuzlinge wurden wieder mit unverwandten deutschenSchäferhunden verbunden. Junge Hunde aus der zweiten Filigranen Generationwurden erziehbar, falls man sie bald von den Eltern weggenommen hat undindividuell ausgebildet hat. Kreuzlinge der Generation F3 und F4 wurdenschon als Diensthunde in der Armee
verwendet.

Die Wölfin Brita wurde noch mit dem deutschen SchäferhundKurt z Václavky verbunden, und so entstanden die ersten zwei Liniender Kreuzlinge.

Auch die dritte Linie entstand in Böhmen, der Gründer warder Wolf Argo. Seine Nachkommen mit der Hündin des deutschen SchäferhundesAsta z SNB wurden in der kynologischen Anstalt der Polizei in Býchorygeboren. Man begann die Kreuzlinge zwischen den Linien mit der Abkürzung"TW" = Tschechischer Wolfshund zu bezeichnen.
In den Siebzigern Jahren wurden die Mehrheit der Kreuzlinge in eineneue Zuchtstation in der Nähe von Malacky verlegt, die der Grenzwachein Bratislava gehörte. Die besten Zuchthunde gerieten so weiter vondem "eisernen Vorhang" weg. Die slowakischen Züchter waren nicht unterso einem starken Druck die Zweckhunde für die Armee zu produzieren,und so konnten sie sich der Arbeit an der Einigung des Exterieurs der neuenRasse widmen.

Der größte Verdienst an der Entwicklung der Rasse in derSlowakei hatte zweifellos der Vertreter des Kommandanten der erwähntenZuchtstation Herr mjr. Frantisek Rosik, heute der Ehrenvorsitzende desKlubs, in der Slowakei, der Züchter des Tschechoslowakischen Wolfshundesmit dem Sitz in Bratislava.

In Malacky bereicherte der dritte Wolf - Sarik - die Population. ImJahre 1974 wurde er mit der Hündin aus der
Generation F3 Xela z Pohranicni strazé verbunden. Allmählichwurde die Bezeichnung TW - Tschechischer Wolfshund verlassen und es hatsich die Bezeichnung Tschechoslowakischer Wolfshund - TsW - durchgesetzt,unter der die Rasse später anerkannt wurde.

Der letzte Eintritt in den Genofond der Rasse war die Kreuzung der WölfinLady mit dem deutschen Schäferhund Bojar vom Schotterhof, die wiederin dem südböhmischen Libéjovice stattgefunden hat, unddie Verbindung wurde dann direkt zu der Züchtung des CsV verwendet.Seitdem wurden nur die vollblütigen Züchtungen in der geschlossenenPopulation durchgeführt.
Von Anfang an sind die Tschechoslowakischen Wolfshunde in die Händevon Zivilzüchtern geraten. Aber bis 1981 haben die kynologischen Organisationenin der Tschechoslowakei alle Bemühungen des Herrn Ing.
Biologe Karel Hartl, heute der Ehrenvorsitzender in der Tschechei,um die Anerkennung des Clubs der Züchter dieser Rasse und die Eintragungder Hunde in das Zuchtbuch abgewiesen.
Die Gründungsversammlung des Clubs hat also erst am 20. 03. 1983in Brün stattgefunden und in diesem
Jahr wurden in das Zuchtbuch in Prag die ersten 43 Welpen eingetragen.

Während der zehn Jahre 1982 - 1991 wurden dann 1552 Welpen eingetragen.

Der erste Januar 1993 bedeutete die Spaltung der Tschechoslowakei inzwei Staaten, deren Rechtssysteme sich schnell entfernten. Die Existenzdes einheitlichen Züchterclubs wurde unhaltbar. Der Club der Züchterdes Tschechoslowakischen Wolfshundes hat sich gemäß der Entscheidungseiner Konferenz (Bratislava, 23. 01. 1993) in zwei nachfolgende Organisationengespaltet, die in ihren Ländern die Zucht der Rasse leiten.

Der Club der Züchter des Tschechoslowakischen Wolfshundes mit Sitzin Prag hat heute nach der Veränderung des Status die Wirksamkeitfür die Tschechische Republik und ist ein Mitglied der CMKU - FCI.
Die Internationale Kynologische Federation (FCI) genehmigte den Standartder Rasse am 13. 06. 1989 (Helsinky) unter der Nummer 332. Den Antrag stelltendie Vertreter der heute nicht mehr existierenden Tschechoslowakei, dienicht nur in dem Namen sondern auch "Ursprungsland" der Rasse bleibt.

Tschechoslowakischer Wolfshund ist eine Arbeitsrasse, und gehörtin die 1. FCI Gruppe.
Das Aussehen des Tschechoslowakischen Wolfshundes ist sowohl im Körperbauals auch in der Behaarung und den Bewegungen dem Wolf ähnlich.
Die minimale Wiederristhöhe ist bei einem Hund 65 cm, bei einerHündin 60 cm. Die Obergrenze ist nicht beschränkt. Der Körperrahmenist rechteckig, das Verhältnis der Höhe zur Länge ist 9: 10 oder kleiner.

Die Kopfform muß das Geschlecht ausdrücken. Charakteristischsind die schräg liegenden, bernsteinfarbenen Augen und kurze, aufrechtstehende, dreieckige Ohren. Das Gebiß ist vollständig (42),sehr stark, zulässig
ist Scheren- auch Zangengebiss. Der Rücken ist gerade, in Bewegungfest, mit kurzen Lenden. Der Brustkorb ist geräumig, eher flach, nichtFass-förmig. Der Bauch ist fest, eingezogen. Die Kruppe ist kurz,leicht
geneigt, die Rute ist hoch angesetzt, frei herabhängend erreichtsie das Sprunggelenk. Typisch sind die langen Knochen der Vorder- und Hinterbeine.Die Vorderbeine sind gerade, eng gestellt, mit leicht nach außenabstehenden Pfoten, mit langem Unterarm und Vordermittelfuss. Die Hinterbeinesind stark bemuskelt, mit langem Unterschenkel und Rist. Die Haarfarbeist gelbgrau bis silbergrau mit einer hellen Maske. Das Haar ist gerade,geschlossen, sehr dicht.
 

Der Tschechoslowakische Wolfshund ist ein typischer ausdauernder Traber,die Bewegung ist leicht, harmonisch, mit langen Schritten. Währenddes Veredelns und auch in den letzten Jahren wurden die Ausdauer der Hunde
getestet. Die Tschechoslowakischen Wolfshunde sind leicht eine 100Kilometer lange Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehrals 12 km/h gelaufen. Bei dem Anblick an das Wolfsaussehen der
Tschechoslowakischen Wolfshunde fällt vielleicht jedem die Frageein:

"Und was der Charakter? Wie kommt der Wolfsursprung, den man so deutlicham Exterieur der Hunde sehen kann, in ihrem Verhalten zum Ausdruck? Undwie anspruchsvoll ist die Zucht von solchen Hunden für den Besitzer?"

Versuchen wir diese Hunde in einigen Absätzen zu Charakterisieren.
Die Tschechoslowakischen Wolfshunde bilden sich eine feste Sozialbindungnicht nur an ihren Besitzer sondern, auch an die ganze Familie. Dabei anerkennensie die "privilegierte Stellung" der Kinder und lassen sich
von ihnen (genauso wie von Welpen) auch das gefallen, was sie von einemerwachsenen Menschen oder Hund nicht ertragen würden.
Sie lernen leicht neben Haustieren zu leben, die in die Familie gehören,aber ein Treffen mit fremden Tieren kann Unannehmlichkeiten verursachen.
Ihre Leidenschaft für die Jagd muß man konsequent dämpfenund durch die Erziehung schon von Anfang an gleichschalten.
Der junge Hund sollte nie isoliert in einem Zwinger aufwachsen, ermuss sich rechtzeitig an die verschiedensten Umgebungen, an das Reisenusw. gewöhnen.
Die Hündinnen sind ganz gut beherrschbar, die Rüden machenoft die Periode des Erwachsen werden stürmisch durch.
Der Tschechoslowakische Wolfshund ist sehr spiellustig und temperamentvoll,er lernt leicht. Er ist bestimmt
kein Spezialist in irgendeinem Zweig der Kynologie, vielmehr könnenwir seine Vielseitigkeit bewundern. Erwarten wir aber nicht, das er spontanexerzieren wird, das Verhalten des Tschechoslowakischen Wolfshundes iststreng zweckmäßig, auch zu der Ausbildung ist es nötigdie genügende Motivation zu finden. Die häufigste Ursache einesMißerfolges ist, daß der Hund durch das lange Üben vonDetails und überflüssiges Wiederholen derselben Übung mehrmalsnacheinander überdrüssig wird, und demzufolge verliert er dieMotivation zur Leistung.

Diese Hunde haben bewundernswerte Sinne und sind besonders beim Nachspürenhervorragend.
Sie sind sehr selbständig und können in der Koppel außerordentlichzweckmäßig zusammenarbeiten. Nötigenfalls
verlagern sie leicht ihre Aktivität in die Nachtstunden. Geradedie selbständige Arbeit der Koppel ohne die Anwesenheit des Herrnwaren der Grund für ihren Militäreinsatz.

Bei der Ausbildung treten manchmal Probleme dort ein, wo das Bellenverlangt wird. Die Tschechoslowakischen
Wolfshunde haben ein viel bunteres Spektrum von Ausdrucksmitteln undin einigen Situationen ist das Bellen für sie unnatürlich;
Sie versuchen sich mit ihrem Herrn auf eine andere Weise zu verständigen.

Generell, einen Tschechoslowakischen Wolfshund zu stabilen und zuverlässigenLeistungen bringen, dauert einigermaßen länger, als es bei dentraditionellen spezialisierten Rassen üblich ist.

Die Kreuzung eines Hundes mit einem Wolf brachte nicht nur die Widerstandsfähigkeit,die Ausdauer und die scharfen Sinne, sondern hat auch die alten Naturinstinkteerneuert.

Beachtenswert ist die Vitalität der jungen Hunde und das fehlerlosemütterliche Verhalten der Hündinnen.
Die Durchschnittszahl der Welpen in einem Wurf in der TschechischenRepublik im Jahre 1993 war 6,9; der Durchschnittsverlust waren nur 8,5%.
Seit dem Anfang der Zivilzucht (1982) mußte kein Wurf der Welpenohne Mutter großgezogen werden. Einigermaßen höher istaber der Anteil der erfolglosen Deckungen (im 1993) in der TschechischenRepublik 18 %)
Ein Teil der Hündinnen ist nur einmal im Jahr heiß, dieLänge der Hitze und die Zeit der Ovulation ist beträchtlich veränderlich.

Bei der Zucht gilt eine einzige Regel:
" Die Hündin weiß was sie tut, greifen Sie nicht ein"
Ihre Belohnung wird, daß Sie zu Hause ein Ereignis verfolgenkönnen, daß in der Natur nicht einmal der beste Kameramann dreht.Wenn die Welpen zu Ihnen strampeln, stellen Sie fest, wie nah zu der NaturSie der
Tschechoslowakische Wolfshund bringen kann.

Dieser Text wurde von Uwe Stierand, auf einer Vorlagevon HerrnRoland Homberger basierend, erstellt.

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